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Verbände - Vorsicht ist alles!
Bei Verbänden an durchblutungsgestörten Extremitäten sind gewisse Vorsichtsmaßnahmen
zu beachten. Pflasterfixierungen, Abschließen des Verbandes mit Verknoten des
eingeschnittenen Endes des Verbandschlauches u. ä. können durch Strangulation zu
weiterer Durchblutungsverschlechterung führen. Auch wenn der Verband zunächst nur locker
angelegt wurde, besteht diese Gefahr, da durch Anschwellen (Ödembildung) oder Verrutschen
gefürchtete Schnürungen hervorgerufen werden. Um solche Komplikationen zu vermeiden,
sollte das Fixieren in Längsachse der Extremität mit Pflasterstreifen auf der Haut
erfolgen. Ein weiteres Problem stellt die Kompressionsbehandlung auch im Stadium II bei
Ödemen venöser oder lymphatischer Ursache dar. Prinzipiell scheinen zwar
Kompressionsbehandlungen bei Patienten mit Blutdruckwerten größer 70- 80 mmHg möglich
zu sein.
Um Verschlechterungen der arteriellen Durchblutungsstörungen zu vermeiden, sollten hier
während der Kompressionsbehandlung Kontrollen am Messung des Zehenarteriendruckes
durchgeführt werden. Nach Durchfeuchten der Kompressionsbinde über den Fußarterien kann
man auch mit dem Dopplergerät wie gewohnt den Druck messen. Wird unter Kompression ein
weiterer Blutdruckrückgang festgestellt, so mu sofort die Binde neu und lockerer angelegt
werden.
Auf die Wichtigkeit einer richtigen Gliedmaßenlagerung (wegen verstärkter Schmerzen bei
Hochlagern des Beines im Stadium III und IV) kann nicht genügend hingewiesen werden. Um
die Durchblutung zu steigern, ist das Tieflagern der Extremität um 10 bis 15 cm eine
nicht zu unterschätzende Manahme, die auch der Patient im Stadium II nachts durchführen
sollte. Das Fußende ist mit einer weichen Decke abzupolstern, um bei Abrutschen
Druckstellen an den Füßen zu vermeiden.
Bei Pilzinfektionen, insbesondere Interdigitalmykosen, ist neben dem Tragen von Wollsocken
ein häufiger Schuh- und Strumpfwechsel zu empfehlen.Eine Dauerbehandlung mit
schmerzstillenden Substanzen bleibt den Stadien III und IV mit ständigen Ruheschmerzen
notwendig.
Nach Ausschluß mechanischer Schmerzursachen (z. B. Sekretverhalt bei feuchter Gangrän;
Narben-, Hornhautplatten oder eingewachsene Zehennägel) bietet sich eine Dauerbehandlung
mit milden Schmerzmitteln an. Die nächtliche Schmerzverstärkung kann dann nach Bedarf
des Patienten durch zusätzliche Schmerzmittelgaben einfacher unterdrückt werden.
Bei gleichzeitiger gerinnungshemmender Therapie sollte auf Substanzen verzichtet werden,
die die Funktion der Blutplättchen beeinflussen. |
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