|


| |
|
Laborbefunde
Für die Mehrzahl der Erkrankungsfälle scheint eine Immunpathogenese sichergestellt
(Autoantikörper gegen Elastin, Kollagen I und III, Nachweis antinukleärer Immunkomplexe,
Ablagerungen von Immunglobulinen: IgG C3, IgG C4 in den Gefäßläsionen). Zusätzlich
wird eine erbliche Komponente vermutet, die aber bisher keineswegs bewiesen ist.
Symptome und Befunde
Die häufigsten Initialsymptome
der Endangiitis obliterans sind:
- Taubheitsgefühl (40%)
- Kältegefühl (60%)
- Blauverfärbung der Zehen und Finger, Zyanose (40%)
- Claudicatiobeschwerden im Fuß-, Fußsohlen- oder Wadenbereich
(70%)
- Ruheschmerzen (50%)
- Begleitende oberflächliche Venenentzündungen (40%)
- Frühzeitiger Gewebedefekt (Nekrosen an Nagelfalz, Akren
(Kuppenatrophie), Fußrücken (50%)
|
Klinische Unterschiede zwischen Endangiitis obliterans und
obliteriender Arteriosklerose:
| |
Endangiitis obliterans |
Arteriosklerose |
| Alter |
unter 40 Jahre |
über 40 Jahre |
| Gefäßmuster |
Beginn peripher untere und obere Extremität |
Beginn an größeren Arterienuntere Extremität bevorzugt |
| Koronararterien |
nicht bekannt |
fast immer betroffen |
| Venen |
Phlebitis migrans |
nicht betroffen |
Risikofaktoren
- endogen
- exogen |
wenige
fast obligat (Nikotin) |
fast obligat
fakultativ |
| Lebenserwartung |
nahezu normal |
reduziert |
| Progredienz |
häufig subakut
distal -> proximal
sistiert, wenn exogene Faktoren beseitigt |
vorwiegend chronisch, diffus langsam fortschreitend, auch wenn
exogene Faktoren beseitigt und Grundkrankheit beseitigt |
|
Behandlung
Die Indikation zur thorakalen Sympathektomie ist
bei durchgängiger Ober- und Unterarmstrombahn mit Gefäßabbrüchen im Hohlhandbereich
bzw. im Interdigitalnetz, begleitet von Ruheschmerzen bzw. trophischen Läsionen.
Die lumbale Sympathektomie wird bei Patienten mit Endangiitis obliterans oder peripherer
arterieller Verschlußkrankheit im Stadium III und IV nach Fontaine durchgeführt, die
eine durchgängige Oberschenkelstrombahn bis zum zweiten Kniekehlensegment aufweisen,
jedoch eine mangelnde Ausstrombahn bzw. periphere Gefäßverschlüsse im Unterschenkel-
und Fußbereich aufweisen.
Die Behandlung der Endangiitis obliterans umfaßt als Basismaßnahmen eine
Nikotinabstinenz, den Kälteschutz der Finger und Zehen. Als medikamentöse Maßnahmen
können Vasodilatantien (Pentoxifyllin, Naftidrofuryl, Prostaglandin E1),
Antikoagulantien, Thrombozytenaggregationshemmer usw. angewandt werden.
Gefäßchirurgische oder Katheter-interventionelle Maßnahmen kommen bei diesem
Krankheitsbild seltenst zum Einsatz, da die Wiederverschlußrate dieser Maßnahmen sehr
hoch ist.
Bei den operativen Maßnahmen stehen thorakale und lumbale Sympathektomie im Vordergrund.
Die thorakale Sympathektomie erfolgt als Resektion des thorakalen Grenzstranges von Th2
bis Th3. Die lumbale Sympathektomie wird operativ mit Entfernung von mindestens drei
Ganglien in Höhe L2/L3 durchgeführt. CT-gesteuert als perkutane Sympathikolyse erfolgt
der Eingriff, sowohl thorakal als auch lumbal, minimal-invasiv mittels Alkoholblockade.
Im Nachbeobachtungszeitraum bis zu 6 Monaten zeigt sich ein deutlich besserer
Therapieerfolg der Sympathektomie gegenüber der Sympathikolyse. Dieser Effekt resultiert
wahrscheinlich aus der Regeneration der mit Alkohol blockierten Sympathikusfasern.
Allerdings läßt sich die CT-gesteuerte Sympathikolyse als wenig invasiver Eingriff z.B.
beim älteren Patienten wie auch beim Risikopatienten beliebig oft wiederholen. |
|