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Aneurysma , Aneurysmen
Unter einem Aneurysma versteht man eine umschriebene Erweiterung von
Arterienabschnitten, an der alle Wandschichten der Arterien beteiligt
sind. Gemeint sind größere Erweiterungen in Form einer Aussackung an
einer Seite oder in der Form einer Spindel
rund um den eigentlichen Verlauf der Arterie.
Man
unterscheidet verschiedene Formen von arteriellen Aneurysmen der Gefäßwand:
- Aneurysma
verum (Echtes Aneurysma)
- Aneurysma
dissecans
- Aneurysma
spurium (auch "Pseuydoaneurysma)
Aneurysma
verum - Ursachen
Als
Ursache für ein Aneurysma verum kommen folgende Möglichkeiten in
Betracht:
- Arteriosklerose
- Infektion
durch Bakterien
- Nichtbakterielle
Entzündung (Gefäßentzündung - Vaskulitis)
- Gefäßverletzungen.
Die
wohl häufigste Ursache für ein Aneurysma verum ist die Arteriosklerose
(70 - 90 %). Der wichtigste Risikofaktor hierfür ist der Bluthochdruck.
Hauptsächlich treten diese Aussackungen (Aneurysmen) an Stellen mit
geringerer Gewebepolsterung auf, d.h. solche die bei körperlicher
Bewegung geknickt oder gebeugt werden. Ein Aneurysma dieser Art birgt die
Gefahr in sich, dass die Arterie reißt, eine Embolie entsteht oder der
Verschluss von anhängigen Gefäßen.
Bakterielle
Infektion sind nur in 4 - 5 % Ursache eines echten Aneurysmas. Wobei sich
dort die Keime an der Gefäßwand ansiedeln und einen Abszess bilden.
Dieser zersetzt dann die Gefäßwandschichten und führt zu einer lokalen
Erweiterung des Gefäßes.
Die
durch Gefäßentzündung (Vaskulitis) entstehenden Aneurysmen sind nicht
sehr häufig und werden mit 1-2 % der Fälle angegeben.
Auch
die Bildung eines echten Aneurysmas (Aneurysma verum) durch eine äußere
Gefäßverletzung ist relativ selten, da bei diesen Fällen fast nie alle
Gefäßschichten beteiligt sind.
Die
häufigsten Folgen eines Aneurysmas sind Gefässwandriss (Aneurysmaruptur)
oder durch die damit verbundene Blutflussverlangsamung eine
Gerinnselbildung. Grundsätzlich kann man ein Aneurysma verum an allen
Arterien des Menschen finden.
Aneurysma
verum an der Brustschlagader
Fast
die Hälfte aller Aneurysmen im Brustschlagaderbereich verursachen keine
Schmerzen und werden durch Zufall bei einer Röntgenaufnahme entdeckt.
Treten bereits Symptome auf, sind die Aneurysmen in der Regel bereits sehr
groß. Hauptsymptom wäre hierbei ein starker Schmerz im Brustbereich,
aber auch Rückenschmerzen. Die Schmerzsituation kann sehr den Schmerzen
beim Herzinfarkt ähneln. Für die Diagnostik wird hier eine Röntgenuntersuchung,
eine Ultraschalluntersuchung und gegebenenfalls eine Computertomografie
notwendig.
Aneurysma
verum an der Bauchschlagader
Im
Bauchaortenbereich überwiegen mit über 90 % die arteriosklerotischen
Aneurysmen. Nach Schätzungen von Gefäßspezialisten tragen 2-4 % aller Männer
über 60 Jahren die Gefahr eines solchen Aneurysmas in sich. Das Spektrum
der Komplikationen ist groß. Die wohl schwerste ist der Gefässwandriss
(Ruptur), aber auch Embolien oder Gefäßverschlusse können die Folgen
sein.
Größere
Aneurysmen verursachen häufig pulsierende Schmerzen im Rücken- und
Bauchbereich. Auch Übelkeit ist ein häufiges Symptom. Sollte das
Aneurysma bereits gerissen sein, treten starke Schmerzen im Bauchbereich
auf.
Die
Standardmethode zur Erkennung eines Aneurysmas im Bauchbereich ist die
Ultraschalluntersuchung. Durch eine Kombination mit einer
Doppler-Sonographie kann auch das Blutflussverhalten im Aneurysma
untersucht werden. Ebenso häufig wird eine Arteriographie - Angiographie
gemacht, um die Blutströmung zu sichten.
Für
die Behandlung eines
Aneurysmas in der Bauchschlagader gibt es mehrere Möglichkeiten.
Entscheidend hierfür ist vor allem die Größe des Aneurysmas. In der
Regel sagt man, wenn ein Aneurysma kleiner als 5 cm ist, wird zuerst
versucht, dass Wachstum zu verlangsamen, indem man den Blutdruck streng
kontrolliert und regelmäßig Ultraschalluntersuchungen vornimmt. Größere
Aneurysmen werden entweder operativ entfernt und eine Kunstader eingesetzt
oder es erfolgt ein Eingriff unter örtlicher Betäubung und in das Gefäß
wird eine Gefäßprothese, ein sog. Stent mit Prothesenüberzug
eingesetzt. Diese Gefäßstütze, die wie ein Lockenwickler von der Leiste
her in die Bauchschlagader eingebracht wird, besteht aus einem dichten
Geflecht aus Nitinol. Bei 37°C dehnt sich dieses Metall automatisch auf
seinen erforderlichen Querschnitt aus.
Aneurysma
verum in den Beckenarterien
Auch
hier wird die Arteriosklerose als häufigste Ursache angesehen. Häufig
treten Aneurysmen im Beckenbereich parallel mit Aneurysmen in den
Kniekehlenarterien auf. Häufigste Komplikationen sind hier Gefäßwandrisse
oder Embolien.
Als
Symptome kann man eine pulsierende Schwellung um Bereich des rechten oder
linken Unterbauches feststellen. Bei einem Gefäßwandriss
verspürt man starke Schmerzen im Unterbauch. Meist werden
Aneurysmen im Beckenbereich durch Zufall bei einer aus anderen Gründen
durchgeführten Angiographie entdeckt. Behoben werden Sie entweder durch
Operation oder durch die Einführung einer Gefäßprothese (Stent), die
die Arterie wieder stützt.
Aneurysma
verum in der Kniekehlenarterie
Das
Aneurysma in der Kniekehle ist der häufigste Ort für ein Aneurysma im Körper
eines Menschen. Etwa 30 - 60 % aller Aneurysmen werden dort
diagnostiziert. Auch hier sind die häufigsten Folgen Gefäßwandriss und
Embolien. Schmerzsymptome sind meist nicht vorhanden, nur etwa 30 % aller
Patienten klagen über ein Druckgefühl oder Schwellungen in der
Kniekehle.
Um
die Diagnose eines Aneurysmas zu stellen, wird das Bein mit einer
Duplexsonographie "durchleuchtet". Wie auch an anderen Stellen
wird hier mit einer Operation oder dem Einsetzen eines Stents therapiert.
Die Gefahr eines akuten Gefaessverschlusses mit Amputationsbedrohung ist
bei diesem Sitz des Aneurysmas groß, daher ist eine Sanierung auch im
Stadium ohne Beschwerden notwendig.
Aneurysma
dissecans
Beim
Aneurysma dissecans handelt es sich um eine Längsspaltung der
Arterienwand hinter der sich durch den Bluteintritt ein Bluterguss (Hämatom)
bildet.
Einige
dieser Aneurysmen entstehen "spontan", d.h. dort findet eine Störung
der mittleren Gefäßwandschicht statt. Als Ursache dafür kommen
Bindegewebserkrankungen in Frage. Man nimmt an, dass es sich bei dieser
spontanen Entwicklung, um einen genetisch bedingten Effekt handelt, dass
heißt diese Störungen kommen familiär gehäuft vor.
Andere
Ursachen wie Arteriosklerose oder Infektionen spielen für das Aneurysma
dissecans nur einer geringe Rolle. Das Aneurysma dissecans kommt praktisch
nur im Bereich der Hauptschlagader vor. Die Schmerzsymptome sind sehr
verschieden je nachdem an welcher Stelle der Aortariss ist. Häufig ähneln
die Schmerzen einem Herzinfarkt oder einer Lungenembolie.
Zur
Diagnose werden folgende Untersuchungsverfahren verwendet:
Angiographie,
Echokardiographie, Sonographie/Duplexsonographie, Computertomographie oder Kernspintomographie.
Bei
einer Diagnose wird ein Aneurysma dissecans häufig in Stanford Typ A oder
B eingegliedert, welche den Ort des Aneurysmas beschreiben. In der Regel
kann man davon ausgehen, dass Typ A immer durch einen operativen Eingriff
behoben wird, wogegen Typ B mit Medikamenten und eher abwartend zu
behandeln ist.
Aneurysma
spurium
Das
Aneurysma spurium wird auch als "falsches" Aneurysma bezeichnet,
da es sich nicht um eine Aufspaltung oder Aufweitung der Arterie handelt,
sondern ein gesondertes Hämatom. Dieses Hämatom steht über einen
"Verbindungsstiel" mit der Arterie in Verbindung, ist aber durch
das umgebende Gewebe abgekapselt.
Ein
Aneurysma spurium tritt meist nach arterieller Punktion (z.B.
Herzkatheteruntersuchung) auf. Ursache ist gelegentlich ein ungenügender
Druck nach Ziehen eines Katheters bei veränderten Gefäßen durch
Arteriosklerose. Durch eine Bewegung z.B. Beugung des Beines kann es zu
einer Wiederöffnung des Gefäßes führen und durch den Stichkanal blutet
es in das umliegende Gewebe.
Ein
Aneurysma spurium tritt am häufigsten an der Leistenarterie auf, da diese
meist zur Punktion für eine Kathetereingriff verwendet wird. Bei
Missempfindungen oder Schmerzen in der Leistengegend in Folge einer
Punktion, sollte man an ein Aneurysma denken.
Die
Diagnose wird heutzutage mittels Duplexsonographie gestellt. Entscheidend
für die Diagnose ist der Blutfluß in dem Verbindungsstil. Als Therapie
je nach Größe kommt meist eine Beobachtung, eine Kompression eine
Druckbehandlung unter Ultraschallkontrolle oder auch ein Kathetereingriff
in Frage.
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